Impfmonitor

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

Der Impfmonitor zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen, wie gut Risikogruppen bereits versorgt sind – und wie es im internationalen Vergleich aussieht.

 Menschen sind geimpft.

 der Menschen in Deutschland.

 wurden am 11.05. geimpft.

Zuletzt aktualisiert: 12.05.

Sie heißen Comirnaty, mRNA-1273 oder AZD1222 und sind die Hoffnung auf ein normales Leben mit unbeschwerten Café-Besuchen und vollen Veranstaltungen: die Impfstoffe gegen das Coronavirus. Seit dem 27. Dezember wird hierzulande geimpft. Es ist die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab. Das Ziel: zunächst der individuelle Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung und schließlich die Ausbreitung des Virus weitgehend zu stoppen.

Wie viele Menschen durchgeimpft sein müssten, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, ist bei SARS-CoV-2 noch nicht abschließend erforscht. Schätzungen reichen von 60 bis 85 Prozent der Bevölkerung. Dann ginge die Pandemie vorbei.

Ganz Deutschland
Alle in Ganz Deutschland
noch Tage
0%
25%
50%
60%
70%
100%
1,0% Voller Impfschutz (1)
1,0% Erste Impfung (1)
83,2 MioMenschen

Noch Tage bis zum Impfziel*

In den vergangenen sieben Tagen wurden im Durchschnitt 10.000 Impfdosen verabreicht. Wenn in diesem Tempo weitergeimpft wird, wären am 11.05.2021 rund 70 Prozent aller Einwohner*innen geimpft.

Nach einem holprigen Start hat sich das Impftempo mittlerweile deutlich erhöht. Mit einer größeren Verfügbarkeit der Impfstoffe dürfte es weiter anziehen, zumal weitere Zulassungen erwartet werden. Zunächst wurde bei jeder Erstimpfung noch eine zweite Dosis zurückgehalten. Für einen vollständigen Schutz einzelner sind mit den bislang zugelassenen Produkten zwei Injektionen nötig. Mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, das im März in der EU zugelassen wurde, ist nur noch ein Pieks nötig. Nach Produktionsproblemen mit dem Mittel von Astrazeneca und weiteren Überprüfungen durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird es mittlerweile auch in deutschen Impfzentren verabreicht.

Wie Ältere bereits vor Corona geschützt sind

Anteil geimpfter Menschen unter und über 60 im Bundesländervergleich, Quelle: RKI, Stand: 12.05.

Alle

Ab 60-Jährige

Personen unter 60

BWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTH1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%
BWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTH1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%
BWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTH1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%1,0%
  • Voller Impfschutz
  • Erste Impfung
Hinweis: Am 08. April hat das RKI seine Impfstatistik geändert. Es werden nun keine Angaben mehr zu geimpften Pflegeheimbewohner*innen gemacht, lediglich zu der Anzahl geimpfter Personen über und unter 60 Jahre. Außerdem fehlt auch diese Angabe noch für einige Bundesländer.

Dass es nicht gleich genügend Impfstoffe für alle geben wird, war von Anfang an klar. Deshalb hat die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, Ältere beim Impfschutz vorzuziehen - insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen. Anfang April waren dort die Impfungen weitgehend abgeschlossen. Seit Ostern werden zunehmend die jüngeren Jahrgänge, ab 60 Jahren, ohne Vorerkrankungen oder berufliche Priorisierung geimpft. Im Juni soll jegliche Priorisierung aufgehoben werden.

Impfkalender

Vom RKI gemeldete Impfungen pro Tag und Kalenderwoche seit Jahresbeginn in ganz Deutschland, Stand: 12.05.
MoDiMiDoFrSaSo
Januar
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Kalenderwochen
Februar
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
März
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
April
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Mai
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Juni
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Juli
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Das große Impfen ist in Deutschland schleppend angelaufen – und die Impfstrategie der EU-Länder und ihrer Regierungen war in der Kritik: Zu wenig Impfstoff, zu späte Bestellung und Zulassung, zu schlechte Vorbereitung, zu knausrig beim Einkauf, lauten die Vorwürfe. Anfang Mai herrschte immer noch Impfstoffmangel. Aber Deutschland hat kräftig aufgeholt - besonders seit der Woche nach Ostern, seitdem auch die Hausärzte mit dabei sein dürfen.

Bereits am 28. April wurden erstmals mehr als eine Million Menschen in Deutschland an einem Tag geimpft. Am Impfstoffmangel soll es künftig nicht scheitern, verspricht der Bund. Im Laufe des Jahres soll es deutlich mehr Lieferungen geben: Wurden in Deutschland bis Ende März rund 20 Millionen geliefert, sollen im zweiten Quartal laut Bundesgesundheitsministerium insgesamt 70 Millionen Dosen anrollen. Liefertermine können aber auch künftig wackeln.

Welcher Impfstoff in den Bundesländern noch übrig ist

Noch nicht verabreichte Impfdosen pro Bundesland und Hersteller, Quellen: RKI (Impfungen), BGM (Lieferungen)
Insgesamt
Biontech
Moderna
AstraZeneca
Baden-Württemberg ( geliefert)
Bayern ( geliefert)
Berlin ( geliefert)
Brandenburg ( geliefert)
Bremen ( geliefert)
Hamburg ( geliefert)
Hessen ( geliefert)
Mecklenburg-Vorpommern ( geliefert)
Niedersachsen ( geliefert)
Nordrhein-Westfalen ( geliefert)
Rheinland-Pfalz ( geliefert)
Saarland ( geliefert)
Sachsen ( geliefert)
Sachsen-Anhalt ( geliefert)
Schleswig-Holstein ( geliefert)
Thüringen ( geliefert)

Die Bundesländer haben bis einschließlich d. MMMM insgesamt rund 0,0 Millionen Impfdosen geliefert bekommen und bis dahin 0,0 Millionen Mal geimpft (NaN Prozent). Damit waren zu diesem Zeitpunkt noch 0,0 Millionen Dosen übrig - rein rechnerisch genug für einen vollen Impfschutz von 0,0 Millionen Menschen (0,0 Prozent der Bevölkerung). Anfangs haben die Bundesländer noch streng eine Reserve für eine zweite Impfung bereit gehalten. Mit mehr Impfstofflieferungen ist diese Vorratshaltung aber nicht mehr zwingend nötig.

Nach Berichten über Probleme mit dem Mittel von Astrazeneca und weiteren Prüfungen durch die Arzneimittelbehörden blieb der Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns im Kühlschrank liegen. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sollen ihn nur noch über 60-Jährige erhalten - Jüngere nach Beratung mit dem Hausarzt. In die Praxen wird der Impfstoff nun bevorzugt geliefert. Doch die Hausärzte kämpfen gegen ein großes Misstrauen gegen das Vakzin.

Welche Impfstoffe weltweit bereits verabreicht werden

Die Karte zeigt die auf der Welt zugelassenen Corona-Vakzine, die bereits geimpft werden – und wo sie im Einsatz sind, Quelle: Our world in data
  • Pfizer/BioNTechDeutschland, USA
  • Oxford/AstraZenecaGroßbritannien, Schweden
  • ModernaUSA
  • Johnson&JohnsonUSA
  • SinopharmChina
  • SinovacChina
  • Sputnik VRussland
  • CovaxinIndien

Mit der fortschreitenden Pandemie beschleunigte sich auch das weltweite Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Russland hat als erstes Land der Welt bereits im August 2020 „Sputnik V“ zur breiten Anwendung zugelassen – begleitet von Kritik am abgekürzten Zulassungsverfahren. Ende 2020 bekam schließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer die erste Zulassung nach westlichen Standards. Auch China und Indien haben längst eigene Vakzine am Start. Und weitere werden folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete Anfang Mai 2021 ingesamt 280 Impfstoff-Projekte weltweit auf.

Der Impffortschritt im Ländervergleich

Anzahl verabreichte Impfdosen pro 100 Einwohner*innen im internationalen Vergleich, Quelle: Our world in data.

Nirgendwo wurde Anfang des Jahres schneller geimpft als in Israel, bereits Ende März hatten mehr als 60 Prozent der Einwohner*innen den ersten Impfschutz. Ein zeitiger Einkauf und ein stark digitalisiertes Gesundheitswesen machen es möglich. Doch mit neun Millionen Einwohner*innen ist Israel vergleichsweise klein. Deutschland hat im internationalen Vergleich kräftig aufgeholt. Anfang Mai hatten hierzulande in absoluten Zahlen fünfmal so viele Menschen ihre Erstimpfung wie in Israel. Geimpft wird in den reicheren Ländern, dagegen bleibt Afrika vorerst noch ein weißer Fleck.

Die Warteschlange zur Impfung

Wer vor wem Anspruch auf eine Impfung hat: Die Prioritäten-Liste laut bundesweiter Impf-Verordnung (2. Fassung Stand 24.2.2021), Quelle: Bundesanzeiger und Änderung
4321

Höchste Priorität (min. 8,6 Mio Menschen)

80-Jährige und älter5,4 Mio
Pflegeheim-Personal> 1,2 Mio
Pflegeheim-bewohner*innen1,0 Mio
Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Infektionsrisiko> 1,0 Mio

Hohe Priorität (min. 13,3 Mio Menschen)

70-Jährige und älter7,7 Mio
Menschen mit Trisomie21, Demenz oder geistiger Behinderung> 1,6 Mio
Enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren> 1,5 Mio
Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen und öffentlichem Gesundheitsdienst1,0 Mio
Erzieher*innen> 0,6 Mio
Bewohner*innen und Personal von Gemeinschaftsunterkünften> 0,5 Mio
Lehrer*innen (Grundschulen, Förderschulen)0,3 Mio
Menschen mit schwerer psychiatrischer Erkrankungunbek.
Menschen nach einer Organtransplantationunbek.
Menschen mit schweren Vorerkrankungenunbek.
Berufliche Kontaktpersonen von Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderungunbek.
Polizist*innen und Ordnungskräfteunbek.

Erhöhte Priorität (min. 15,4 Mio Menschen)

60-Jährige und älter10,3 Mio
Beschäftigte im Lebensmittel-Einzelhandel3,1 Mio
Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur0,8 Mio
übrige Lehrer*innen0,5 Mio
Personen mit "prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen"> 0,4 Mio
Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen0,3 Mio
Personen mit bestimmten Vorerkrankungenunbek.
Beschäftigte staatlicher Einrichtungenunbek.
Kontaktpersonen von zu Hause lebenden Pflegebedürftigenunbek.

Keine erhöhte Prioriät (max. 46,6 Mio Menschen)

Alle anderen< 46,6 Mio

Noch heißt es in Deutschland: sich in die Warteschlange einreihen. Kerngesunde Menschen unter 60, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten, müssen sich noch gedulden. Geimpft wird nach Priorität in drei Gruppen. Neben den Alten waren das zuerst Pflegekräfte und medizinisches Personal, welches einem besonders hohem Infektionsrisiko ausgesetzt ist, wie auf Intensivstationen oder in den Impfzentren.

Lehrer*innen an Grund- und Förderschulen und Erzieher*innen sind in Gruppe zwei. Sie waren zunächst in Gruppe drei, wurden aber mit der Änderung der zweiten Verordnung Ende Februar vorgezogen. Mit der zweiten Fassung der Impf-Verordnung waren bereits zuvor einige Risikogruppen in der Impfschlange vorgerückt. Das betrifft insbesondere Krebspatient*innen und Menschen mit anderen schweren Vorerkrankungen. Zudem können Schwangere und Pflegebedürftige seitdem zwei enge Kontaktpersonen benennen, die bevorzugt geimpft werden sollen.

Die Impfschlange zeigt nur die Reihenfolge, aber kein Terminband. Aber Gruppe vier - das Gros der Menschen ohne Impf-Priorität - soll schon im Juni dran sein. Ob wirklich alle Erwachsenen, wie versprochen, bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot bekommen, bleibt offen. Und auch die Kinder müssen sich noch gedulden. Immerhin wurden aber weltweit bereits Impfstoffe für 12- bis 15-Jährige zugelassen.

Wo in Deutschland geimpft wird

Die Standorte der Impfzentren in den Bundesländern

Waren die rund 430 Impfzentren zunächst die einzigen Anlaufstellen, so hat nach Ostern, am 7. April, auch das Impfen in Deutschlands Arztpraxen begonnen. Damit werden die vorhandenen Strukturen genutzt – auch bei der Verteilung: Der Impfstoff wird über die Apotheken an die Praxen geliefert, zunächst das Mittel von Biontech/Pfizer, nun Astrazeneca, später auch der Impfstoff von Johnson & Johnson. Seitdem die Hausärzte dabei sind, hat das Impfen an Fahrt aufgenommen.

Die Impfzentren bleiben weiter eine große Anlaufstelle. Die Impftermine für die Zentren für werden in den Bundesländern unterschiedlich vergeben. Über die zentrale Plattform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind nur Termine in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt buchbar. In Bremen bekommen Impfberechtigte vorerst noch eine persönliche Einladung. Andere Bundesländer haben eigene Online-Buchungsplattformen.

Wie man in den Ländern zu einem Termin kommt

Die verschiedenen Verfahren der einzelnen Bundesländer zur Terminvergabe in den Impfzentren, Stand: 04.05. 20201

                                  Diesen Artikel teilen:
                                  Funke Interaktiv Logo
                                  Ein Projekt des Interaktiv-Teams der Funke Mediengruppe.
                                  Weitere Anwendungen des Teams finden Sie in unserem Portfolio. Haben Sie Anmerkungen oder einen Fehler entdeckt? Wir freuen uns über Ihre Mail.
                                  Hamburger Abendblatt, 02.02.2021
                                  Impressum / Datenschutz
                                  Lesen Sie weiter
                                  So breitet sich das Coronavirus aus
                                  Der Coronavirus-Monitor zeigt die aktuellen Zahlen in Deutschland, Europa und weltweit auf einer interaktiven Karte.